Strich ist nicht gleich Strich

Das Auge des Betrachters kann man mit dem Druck des Bleistifts gezielt durch das Bild lenken. Der Strich wird dort stärker akzentuiert, wo man möchte, dass der Betrachter hinschaut.

5 – Akzentuierte Linien führen den Blick des Betrachters.

Die Akzentuierung des Strichs entsteht durch die Modulierung von Strichdicke und Helligkeit, indem man mehr oder weniger Druck auf den Bleistift gibt. Durch diese Unterschiede wirkt die Zeichnung lebendig.

linien_baWas für den Sportler das Stretchen ist, ist für den Zeichner das Skizzieren von Schneebällen resp. das Ziehen und Akzentuieren von Linien. Zumindest gilt dies in meinem Fall. Über die letzten Wochen hinweg habe ich bemerkt, dass ich viel besser skizzieren kann, wenn ich vorher mein Handgelenk bereits etwas lockere. So hat sich bereits eine bemerkenswerte Schneeballsammlung in meinem Altpapier-Stapel angehäuft.

Um ein bisschen Abwechslung reinzubringen, kann man natürlich auch varrieren und Hipster-Bärte skizzieren. So geschehen im Sketch & Draw Unterricht.

baerteba2

Aussicht während Neusicht

Das vergangene Wochenende wurde die Galerie Neusicht im Neubad in Luzern eröffnet. Siehe dazu den vergangenen Beitrag. Es waren anstrengende, aber unglaublich aufregende und spannende Tage. Am Sonntag war ich den ganzen Tag damit beschäftigt, die Kleineren unter uns mit Wasserfarben, Farbstiften und Filzstiften auf Trab zu halten. Wobei eigentlich das Umgekehrte der Fall war. Und ich am Ende des Tages nudelfertig.

Glücklicherweise habe ich zwischendurch doch noch Zeit gefunden, selber zum Stift zu greifen und etwas zu skizzieren. So ist folgende Seite in meinem Buch entstanden…

neusicht_sketches

Die Skizze oben links wiederspiegelt meinen damaligen Gemütszustand, dann befand sich noch die Wasserrutsche in meinem Blickfeld, und ganz originell, mein Schuh.

Neusicht

Etwas in privater Sache: Kennst du das Neubad in Luzern? Oder interessierst du dich für Streetart? Vielleicht ja auch beides?!

Falls du das Neubad nicht kennst, so wird es schüli Zeit, diesem einen Besuch abzustatten. Bis 2012 war dies noch ein stinknormales Hallenbad, wie man es halt kennt. Mit Wasser, Springtürmen, ’ner Rutsche, Umkleidekabinen und und und. Doch es lief nicht wirklich gut und der Betrieb wurde eingestellt. Daher werden die Räumlichkeiten seit September 2013 zwischengenutzt.

neubad2

Die Flächen in den ehemaligen Umkleidekabinen und in der kleinen Schwimmhalle, aber auch in den Untergeschossen bieten Raum für Kultur- und Kreativschaffende sowie StartUp-Firmen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, von Ateliers über Zwischenlager und Velowerkstatt bis zum Grossraumbüro. Das Raumangebot ermöglicht nicht nur ein nebeneinander, sondern auch ein miteinander und bietet ein inspirierendes und kreatives Umfeld für neue Ideen, Projekte und Produkte.

Auch wir von Viva con Agua haben im Neubad unser Büro. Also unser fixes Büro. (VcA vielleicht kurz erklärt: Wir sind ein offenes Netzwerk, dass sich für einen menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt.)

Dieses Wochenende startete NEUSICHT – eine Galerie, auf die Beine gestellt von VcA, die die vergangenen vier Tage mit einem riesigen Fest eingeläutet wurde. 40 regionale, nationale und internationale Künstler haben das Neubad auf circa 800 Quadratmetern neu gestaltet. Die Galerie bleibt bestimmt für die nächsten zwei Jahre bestehen und wird auch ständig weiter wachsen. Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle.

Neusicht soll mittels Kunst, Musik, Kultur und Bildung neue Perspektiven auf das Thema „WASH“ (WAter, Sanitation, Hygiene) ermöglichen. Das „A“ darf aus unserer Sicht auch für das Wort „ART“ stehen. Alle Erlöse, die mit NEUSICHT generiert werden, fliessen in die Sensibilisierungs- und Bildungsprojekte von Viva con Agua Schweiz. Damit unterstützen wir weltweit Wasser- und Sanitärprojekte in Nepal, Guatemala und Mosambik, um Menschen dauerhaft den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygienemassnahmen zu ermöglichen.

Wie die Vorbereitungen in etwa aussahen? Hier ein paar Impressionen:

dsc_0572

linus

queenkong_ia

sonntag

queenkong

© 2015 Papa Shabani, Yannick Tiefenthaler, Christian Felber – MIGN

Die Hasen sind los

4 – Arbeite mit offenen Linien!

Wir wurden in dieser Vorlesung ganz schön unter Druck gesetzt. Die Skizzen wurden alle innerhalb von jeweils 1-3min angefertigt. Wir sollten uns dabei also wieder auf das Wesentliche konzentrieren, versuchen die Texturen des Fells nachzuahmen und durch offene Linien das Objekt nicht einzuengen resp. abzuschliessen. Es reicht dem Betrachter vollkommen, die wichtigsten Merkmale von Bekanntem zu sehen. Den Rest erledigt das eigene Vorstellungsvermögen und unsere Wahrnehmung.

hasenba2

minisketches_hbaminisketchesba

Die Aufgabe im Selbststudium bestand darin, Plüschtiere, die an einer Wäscheleine aufgehängt sind, zu skizzieren.stofftiereba2

Kreuzende Linien

Den Blick möchte man dort hinleiten, wo sich Linien kreuzen. Wo die sogenannten T-Orte sind. Besonders anschaulich sind diese bei Fröschen.

Durch das Kreuzen der Linien verdichtet sich die Form und präzisiert diese somit.

3 – Arbeite mit kreuzenden Linien!

froesche

froesche2

Im Selbststudium ging es darum, weitere Frösche sowie auch Fahnen zu skizzieren. Beachtet werden musste dabei, dass man nicht schwungvoll, sondern korrektiv arbeitet. Also immer wieder ansetzen und die Richtung ändern, so dass man zur optischen Gerade zurück kommt.

fahnen

Meine Strichführung war wohl immer noch zu schwach. Trotz Bearbeitung in Photoshop ist dies das Maximum, das ich aus der Skizze rausholen konnte.