Flatternde Linien & Strichbündel

Skizzen sind keine perfekten Abbilder der Wirklichkeit oder auch der Fantasie. Es sind Annäherungen. Indem man die Linie flattern lässt, nähert man sich der entsprechenden Form. Das eigene Vorstellungsvermögen erledigt dann den Rest. Im Kopf besitzen wir sowieso die perfekteren Bilder der Dinge. Deshalb muss man bei der Strichführung der Linie nicht auf Genauigkeit achten.
1 – Lass die Linien flattern!
Als erste Übung sollten wir die Linien unserer Handinnenflächen skizzieren. Wie verhalten sich diese? Sind sie krakelig, zittrig glatt, geschwungen…?

Zudem haben wir uns mit den Richtungen der Linien befasst. Jede Linie, jede Falte wendet sich in eine bestimmte Richtung. Benennt werden diese nach der Richtung des Stundenzeigers. Indem wir die Falten eines gekrümmten Fingers mit den verschiedenen Richtungen beschriftet haben, wurden wir uns dieser erstmals richtig bewusst.
An das blinde skizzieren unserer Hände musste ich mich erstmals gewöhnen. Den Blick sollten wir einzig und allein auf die Hand richten. Den Stift ansetzten und sich fragen, wohin verläuft die Linie nun? Wendet sie sich nach rechts, kommt da eine Falte…?
hand1ba
hand2ba
 Ich muss gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, nicht auf die Skizze zu schauen. Mein Wunsch nach Orientierung war zu gross. Aber da kommt dann auch schon der zweite Tipp zum Zuge:
2 – Arbeite mit Strichbündeln!
Strichbündel erleichtern uns die Formfindung. Mehrere Striche grenzen das Objekt ein, aber ohne es nach aussen hin abzuschliessen. Indem man die markanten Striche verstärkt, kann man „korrigierend“ eingreifen und das Auge auf die wichtigen Merkmale lenken. Somit konnten wir nach dem blinden Skizzieren unserer Hand wichtige Linien verstärken.
Zusätzlich haben wir die Strichbündel auch anhand von Schneebällen und Baumnüssen gelernt. Was sind die wesentlichen Merkmale einer Baumnuss? Die Spitze, die wellenförmigen Seiten und die Naht in der Mitte. Also setzt man dort auch die Akzente.
baumnuesseschneebaelle