Oh Tannenbaum

Wir sollten mit Kleidung in den Unterricht kommen, die schmutzigen werden durfte. Das war das Einzige, was wir wussten. Als wir dann in den letzten Sketch & Draw Unterricht vor den Weihnachtsferien erschienen, erwartete uns Frau Hess bereits. Es lagen FlipChart-Rollen auf Tisch und die Spannung stieg.

Damit liessen wir zig Tannenbäume auf den Blättern entstehen. Teils wurden anschliessend neue Tannenbäume auf eine riesige Rolle Papier im Gang vor unserem Schulzimmer skizziert, teils konnten wir die bereits existierenden Tannenbäume ausschneiden und dazwischen kleben. Es herrschte eine Euphorie und aus dem Zimmer trudelte Weihnachtsmusik. Ein wirklich gemütlicher Dienstagmorgen.

Nicht schlecht gestaunt habe ich dann, als ich später unseren Wald voller Tannenbäume im B Gebäude entdeckt habe.

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Land in Sicht

Früher konnte ich sie beinahe schon im Schlaf falten. Papierschiffchen. Doch jetzt? Da lag es, das Blatt Papier. Mein Kopf komplett leer. Und vor uns stand Frau Hess, ganz erwartungsvoll. Glücklicherweise gibt es das Internet und sehr hilfsbereite Mitstudentinnen und Mitstudenten. Das Papierschiff eignete sich hervorragend, die Verkürzungstechnik nochmals zu üben.

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Im Speed-Drawing sind dann folgende drei Exemplare entstanden:

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Bei diesem Schiff sollten wir die dunkelsten Flächen schwarz einfärben und dann mithilfe des Adobe Capture Apps vektorisieren.

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Daraus entstanden ist dann dies:

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Paris, mon amour!

Was unterscheidet eine professionelle Skizze von einer, die ausschaut, als hätte ein Kind diese gekritzelt?

Die Perspektive und die Proportionen stimmen. Das mit der Perspektive haben wir  ja bereits behandelt. Zwar benötige ich da noch einiges an Übung, um diese auch sattelfest umzusetzten. Aber da bin ich ganz zuversichtlich.

Doch wie ist das nun mit den Proportionen?

Zuerst wird ein markanter Punkt im Bild festgelegt. Ob eine Linie von diesem Punkt aus fällt oder steigt, prüft man am besten, indem man ein Auge zusammenkneift und dann den Bleistift über diese Linie hält. Anschliessend wird die Neigung des Bleistifts aufs Blatt übertragen.bleistift_hessEs können mit dem Bleistift auch die Proportionen abgemessen und in die Zeichnung übertragen werden. Dafür sucht man eine markante Länge und legt den Bleistift wie oben gezeigt über den Gegenstand. Diese gemessene Länge trägt man nun auf dem Bleistift ab. Anschliessend sucht man nach gleichen Längen oder auch einem Vielfachen dieser Längen und überträgt sie in die Zeichnung.masseinheiten_hessSelber haben wir das Abmessen anhand von A4-Seiten geübt, die übers Eck über den Tisch lagen.

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Zu Hause habe ich dann versucht, diese Verkürzungstechnik beim Skizzieren von französischen Pärken anzuwenden.

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Starte immer mit der Perspektive!

Um den Raum zu bilden, braucht es einige wenige Regeln.

Raumbildende Mittel und Perspektive, Grösse, Farbe, Überschneidung im Dienste der Raumtiefe.

Linien

2-Fluchtpunkte
2_punkt_persp_schachtel_ba

1-Fluchtpunkt
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3-Fluchtpunkte
3_punkt_persp_ba
Verlängerte Linien über die Ecken heraus betonen die Richtung.

Grösse
Grosse Dinge werden  grundsätzlich als näher wahrgenommen als kleine Dinge. Dinge im Vordergrund liegen meist am unteren Bildrand oder am oberen Bildrand.

Überschneidungen
Die Skizze findet an den Überschneidungen der Dinge statt.

Farbe
Dinge im Vordergrund sind bunt. Dinge im Hintergrund werden je weiter entfernt sind sie sind, umso unbunter. In der Kunstgeschichte spricht man von der Farbperspektive. In der Renaissance war es ein zentrales malerisches Mittel, den Hintergrund “in Rauch” zu tauchen: man nannte es “sfumato”.

Für die Perspektive gilt:

  • Senkrechte Linien bleiben senkrecht.
  • Horizontale Linien unter der Augenhöhe steigen in der Ansicht zum Fluchtpunkt hin.
  • Ansichten mit nur einem Fluchtpunkt verwendet man für Objekte, die senkrecht vor dem Betrachter liegen.1_punkt_landschaft_32_punkt_vogelhausba

 

 

Panorama

In der letzten Sketch & Draw Stunde durften wir ausnahmsweise auf das Dach des A-Gebäudes. Unser Auftrag: Das Panorama von vier verschiedenen Himmelsrichtungen skizzieren. Leichter gesagt, als getan. Der liebe Wind war ziemlich unausstehlich.

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Zufrieden bin ich damit nicht wirklich. Auf die Akzentuierung des Striches habe ich mich beispielsweise gar nicht mehr geachtet. Dinge im Vordergrund der Skizze habe ich nur selten stärker/dunkler skizziert, als Dinge im Hintergrund. Bei der Skizze unten rechts sieht man auch, dass der Bleistift hier womöglich nicht ideal war, um zu Skizzieren. Die vielen Bäume, Tannen und Sträucher im Vordergrund waren unmöglich mit dem Bleistift zu skizzieren. Dazu bräuchte es ein breiteres Malutensil, dass zudem auch dunkler malen kann.

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venedig

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Zu Hause habe ich mich nochmals daran gewagt. Am besten gefällt mir dabei die letzte Skizze.

Rembrandt

Der gute alte Rembrandt. Mit vollem Namen Rembrandt Harmenszoon van Rijn, ein niederländischer Künstler aus dem 17. Jhd. Einzuordnen ist er in die Barockzeit, in welcher vor allem Kontraste eine grosse Rolle spielten. Das Spiel mit Licht und Schatten, der Lichtführung. Rembrandt setzte dies in seinen Radierungen gekonnt um. Mit wenigen, einfachen „Strichen“ konnte er kurzerhand Menschen und Landschaften formen. Diese Radierungen eignen sich daher gut, um erste Versuche im Skizzieren zu unternehmen.

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Schäre, Stei, Papier!

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als Frau Hess in der letzten Vorlesung jedem ein Papiertaschentuch auf das Pult legte. Wir sollten dies zerknüllen, wenn auch nicht all zu stark. Wobei für mich diese Warnung bereits etwas zu spät kam, hatte ich doch bereits ein Schneeball-ähnliches-Etwas in meiner Hand. Nun gut, ich hab mein Bestes gegeben.

Zuerst legten wir die Ecken fest – dazu half uns die Vorstellung eines Zifferblattes. Ausgehend von der Objektmitte war es so kein Problem, diese richtig zu markieren. Danach arbeiteten wir uns von der Umrisslinie zu den Knitterfalten innerhalb des Objektes vor. Schlussendlich ging es an die Gewichtung der Linien. Es gibt immer Linien, die stärker in den Vordergrund treten – meistens zwei bis drei – und diese sollten wir akzentuieren.

Aber nicht holzhackermässig „schwach-STARK-schwach“, sondern wie Frau Hess es so schön ausgedruckt hat, wie ein Peitschenhieb. Langsam die Linie stärker werden lassen und wieder schwächer.

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Diese letzten drei Papierknäuel sind zu Hause entstanden, weil ich mit dem Ergebnis aus dem Unterricht nicht zufrieden war.

6 – Assoziierte Linien geben den Dingen Volumen.

Mit Linien, die in die Flächen hineingeführt werden, verleiht man den Dingen Volumen und Körper. Besonders gut eignen sich hierfür Falten und andere Texturen, die man teilweise andeutet. Oder man schattiert einzelne Flächen vollständig.

Dinge aussen herum vollständig mit einer Linie zu umfassen, sollte vermieden werden. das entspricht nicht unserer Wahrnehmung von Gegenständen.

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1000 und 1 Strich

Nun gut, fast. Im Selbststudium wurde uns aufgetragen, 100 verschiedene Adjektive zur Beschaffenheit eines Berges aufzuschreiben, und daneben gleich den Strich zu führen. Dies sollte uns bewusst machen, wie viele verschiedene Art und Weisen es gibt, Striche zu ziehen. Ein spannendes Bild besteht aus den unterschiedlichsten Strichen. Indem wir anschliessend gleich den selbigen Berg skizzieren sollten, konnten wir uns dies gleich zu Nutze machen. Schlussendlich sollten wir versuchen, möglichst keine Wiederholungen in der Strichführung zu machen und uns bewusst darauf achten, wie wir die Linien ziehen.

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Da ich dieses Wochenende bei meinen Eltern im Thurgau zu Besuch war, skizzierte ich anstelle des Calanda unseren Hausberg, den Säntis.

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In 80 Strichen um die Welt

In der letzten Vorlesung haben wir uns auf eine kurze Weltreise begeben. Wozu gibts denn auch Google-Streetview? Am Titicacasee angekommen, skizzierten wir mit der schwachen Hand verschiedene Landschaften. Dabei ging es sowohl um die Orientierung an der Horizontlinie – welche immer jener des Sees entspricht, als auch das Akzentuieren der Dinge, die Wichtig sind. Dies im Sinne eines Storyboards. Indem wir mit der falschen Hand skizzierten, trainierten wir unsere Gehirnhälften und kamen nicht in die Versuchen, den Strich all zu sehr zu kontrollieren.

Ein schönes, stimmiges Bild/Shot arbeitet immer mit dem goldenen Schnitt – und zur Erkennung des Wesentlichen, ist dort die Linienführung stärker. Ansonsten ist in einem Landschaftsbild der Vordergrund – also alles, was näher beim Betrachter ist, grösser und dunkler, sowie der Hintergrund schwacher.

Zuhause bin ich dann noch etwas weiter gereist. Von der Bretagne der Küste entlang Richtung Süden. Dann nach Portugal zurück in die schöne Schweiz an den Klöntalersee.

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Strich ist nicht gleich Strich

Das Auge des Betrachters kann man mit dem Druck des Bleistifts gezielt durch das Bild lenken. Der Strich wird dort stärker akzentuiert, wo man möchte, dass der Betrachter hinschaut.

5 – Akzentuierte Linien führen den Blick des Betrachters.

Die Akzentuierung des Strichs entsteht durch die Modulierung von Strichdicke und Helligkeit, indem man mehr oder weniger Druck auf den Bleistift gibt. Durch diese Unterschiede wirkt die Zeichnung lebendig.

linien_baWas für den Sportler das Stretchen ist, ist für den Zeichner das Skizzieren von Schneebällen resp. das Ziehen und Akzentuieren von Linien. Zumindest gilt dies in meinem Fall. Über die letzten Wochen hinweg habe ich bemerkt, dass ich viel besser skizzieren kann, wenn ich vorher mein Handgelenk bereits etwas lockere. So hat sich bereits eine bemerkenswerte Schneeballsammlung in meinem Altpapier-Stapel angehäuft.

Um ein bisschen Abwechslung reinzubringen, kann man natürlich auch varrieren und Hipster-Bärte skizzieren. So geschehen im Sketch & Draw Unterricht.

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