VISUA 5 – Konzeptphase

Tag 1
Am ersten Tag galt es das Chaos in meinem Kopf zu ordnen. So viele Ziele. So viele mögliche Anknüpfungspunkte. Aber irgendwie, doch alles so oberflächlich…

Notizen Brainstorming

Um alles zu erfassen, was mir im Kopf rumschwebte, musste ich dies aufschreiben. Dabei fiel mir auf, dass die gemeinsame Zusammenarbeit und Unterstützung zur Erreichung der Sustainable Development Goals extrem grundlegend und spannend sind.

Es braucht alle zur Zielerreichung!

Na dann, konzipier ich mal ein Sozispiel.

 

Tag 2
Prototypen basteln, scheitern, nochmals kleben, leimen und mit der Schere hadern. Zumindest am Ende des Tages realisiere ich dann aber, dass es hier im Medienhaus eine Schneidmaschine gibt. #lieberspaetalsnie

Skizze Prototyp

Tag 3 – 4
Etwas nervös war ich vor dem ersten Spielversuch schon. Bitte, bitte – funktioniere! Sei unterhaltsam! Mach Spass!

1. Spielversuch

YAAAY! Merci an alle, die mit mir gespielt haben. Im grossen und ganzen funktionierts. Ein paar Tücken müssen noch ausgebügelt werden (Wie viel darf dazwischen kommuniziert werden? Wie schaut’s aus mit Betonungen?), aber ansonsten macht’s bereits jetzt Spass. Und das mit einem solch reduzierten Prototypen. Und naja, an der Gestaltung muss dann auch noch gefeilt werden. Aber für einen ersten Versuch 75 schön illustrierte Karten zu basteln? Nein, danke.

Animation Aufgabe

Schon gut – ich bekenne mich. Ich bin die Tauben-Tante. Im Sinne von: Ich filme Tauben in allerlei Situationen mit meinem Handy. Habt ihr sie schon einmal beobachtet? Ihr müsst! Diese Vögel sind zum Schreien. Aber macht euch bloss keine Sorgen um mich. Die Videos mache ich nicht aus Leidenschaft. Die dienten der Bewegungsstudie für meine Animationen. Auch wenn die Bewegungsabläufe unberechenbar scheinen, lässt sich doch ein Rhythmus erkennen.

Taube_LaufenTaube_neugierig

Die guten alten Zeiten

Nee, ich bin keine „früher-war-alles-besser“-Tante. Aber ans Zeichnen mit dem Wacom hab ich mich immer noch nicht gewöhnt. Dazu benutze ich es viel zu selten. Jedes Mal bin ich aufs Neue überfordert und muss erst einmal wieder ein Gefühl für das digitale Zeichnen bekommen.

So war ich mit den ersten Papier-Skizzen meiner Figur für die Animationen sehr zufrieden. Doch auf dem Wacom? Vergesst es! Wie Kindergarten-Kribbeleien. Je länger je mehr kam ich schon rein, aber zufrieden bin ich mit der digitalen Version meiner Taube noch lange nicht.

Taube_Sketch1 Taube_Sketch2 Taube_Sketch3 Taube_Sketch4 Taube_Sketch5

Animation Übungen

Auf die Frame by Frame Animation habe ich mich schon länger wie ein kleines Kind gefreut. So sind es doch immer die von Hand gezeichneten Animationsfilme auf Vimeo, die mich komplett in den Bann ziehen. Nun weiss ich auch, wie viel Arbeit hinter solch einem dreiminütigen Video steckt!

Im Unterricht bei Frederic Siegel lernten wir die Grundprinzipien der Animation kennen. Auch wenn sie noch so klein und unbedeutend scheinen, jede einzelne Regel haucht der Animation mehr Leben und Dynamik ein. Damit ich sie auch ja nicht mehr vergesse, hier nochmals kurz aufgelistet:

1. Squash & Stretch (Quetschen & Strecken)
2. Anticipation (Ausholen oder Vorwegnehmen)
3. Staging (Inszenierung der Posen)
4. Straight Ahead & Pose-to-Pose (Methoden)
5. Follow Through & Overlapping Action (weiterführende und überlappende Bewegung)
6. Slow In & Slow Out (Beschleunigung und Abbremsung)
7. Arcs (Bewegungsbögen)
8. Secondary Action (Zweitrangige oder unterstützende Bewegung)
9. Timing (Bewegungsdauer)
10. Exaggeration (Übertreibung, Karikatur)
11. Solid Drawing
12. Appeal (Charisma, Charme und Reiz)

Ja, es gibt einiges zu beachten. Um die einzelnen Regeln zu lernen, wurde viel geübt. Mal war das Ergebnis schön anzuschauen, manchmal. Nun ja. Übung macht den Meister. Seht selbst:

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Überbevölkert oder unterentwickelt?

Die Menschheit verbraucht so viele Ressourcen, dass eineinhalb Erden nötig wären. Und sie wächst. Einige Experten empfehlen deshalb, weniger Kinder zu bekommen. Aber wieso?

In ihrem Bericht vor zwei Jahren waren die UN-Experten von einer schnelleren Abnahme der Geburtenrate ausgegangen. Das Ergebnis: Bis Mitte des Jahrhunderts wird die Weltbevölkerung den neuen Schätzungen zufolge auf 9,7 Milliarden steigen. Das sind 200 Millionen mehr als noch 2013 vermutet.

Auch die Prognose für das Jahr 2100 haben die Vereinten Nationen entsprechend erhöht. Dann werden 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben – 350 Millionen mehr als bislang angenommen. Die neuen Zahlen basieren nun auf der Annahme, dass die durchschnittliche Kinderzahl je Frau bis Ende des Jahrhunderts weltweit zumindest auf zwei zurückgeht. Jene Zahl, die notwendig ist, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Bliebe die Geburtenrate bis 2100 auf dem heutigen Niveau, würde die Weltbevölkerung bis zur Jahrhundertwende sogar auf 26 Milliarden Menschen anwachsen.

Ein halbes Kind zu viel.

BevölkerungswachstumBildschirmfoto 2017-05-18 um 20.14.09

Folgend ein Einblick in meine Datenrecherche. Leider konnte ich das Excel-File nicht zum Download bereitstellen, da es mit 6.2MB die Datenmenge des möglichen Uploads überschreitet.

Recherche_BevölkerungRecherche_Überbevölkerung

Eine sehenswerte Website, die die Geschichte der Bevölkerungsentwicklung der gesamten Welt von 0 bis 2100 aufarbeitet. Sehr zu empfehlen!

Worldpopulation

Spannende Artikel:

  • Afrikas Bevölkerung vervierfacht sich – Welt.de
  • Überbevölkert oder unterentwickelt? – The Guardian
  • Weltbevölkerung wächst und altert im Rekordtempo – Spiegel.de

 

AMSTERDAM – Randnotiz

Ein grosses Sorry für die teilweise schlechte Qualität der eingescannten Skizzen. In Amsterdam selber hab ich mir ein A5-Skizzenbuch zugelegt. So ganz ohne Ringheftung. Ein richtiges Buch. Dazu inspiriert hat mich Mattias Adolfsson, unser Gastreferent und -dozent. Wie man will.

Na ja, auf alle Fälle ist das Scannen mit diesem Buch sauschwer. Daher nochmals: Scusi!

AMSTERDAM – Museumbesuch

Eine Woche und ein paar verquetschte Tage in Amsterdam hinterliessen so seine Spuren. Ausgerüstet mit einem grossen Becher Kaffe und Sonnenbrille warteten wir vor dem Reijksmuseum auf die gesamte MMP15-Truppe. Nach dem Selfie-Film und einem kurzen Durcheinander bezüglich nicht erlaubten Koffern im Innern des Museums, haben wir es dann doch noch in die verschiedenen Ausstellungen geschafft.

Es war wirklich eindrücklich. Wenn ich in Museen vor einem Werk stehe, kommt mir oftmals der Gedanke:

„Vor diesem Bild sass wirklich einmal Künstler XY und hat dies gemalt.“

Allein das finde ich schon faszinierend.

Während zwei Stunden bin ich durchs Museum geschlendert, hab mich immer mal wieder hingesetzt, etwas skizziert, die anderen besucher beobachtet und die ausgestellten Werke bestaunt.

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Portrait Ambrogio Spinola von Michiel Jansz van Mierevelt
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Table, 1689 von Michiel Verbiest & Pieterde Loose
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Warships in a heavy Storm, 1695 von Ludovic Pakhuisen
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Stilllife with a Gilt Cup, 1635 von Willem Claesz Heda

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AMSTERDAM – Mein Projekt

Nach einem kurzen Nickerchen im Auto erwachten wir pünktlich bei der Ankfunft in Rotterdam. Eine moderne Stadt. Wobei, nein. Alt und Neu wird kombiniert. Platz ist zu Genüge da. Viel Grün. Wow – an den Fussgängerstreifen leuchtet sogar eine Lampe für die Autofahrer auf, um sie darauf aufmerksam zu machen. Wir sind gespannt auf die IABR – The Next Economy (International Architecture Biennale Rotterdam).

Ja, da waren definitiv Architekten am Werk. Als wir in der Halle ankommen, springt einem schönes Design, offene Räume und feinster Kaffegeschmack förmlich ins Gesicht.

Wir bekommen Nummern zugeteilt. Jede steht für ein ausgestelltes Projekt. Dieses solle man mit Hilfe von drei Skizzen, einem Foto und erklärendem Text später für den eigenen Blog aufbereiten. Bei mir solte es die Nummer 28 werden.

NR. 28: HONG KONG IN-BETWEEN
Hong-Kong fasziniert. Eine Stadt, die vor Leben nur so sprüht. Das Projekt dokumentiert das Leben und Arbeiten der kleiner Shops etwas abseits des ganzen Tohuwabohus. Schätzungsgemäss  4’000 Micro-Shops befinden sich entlang eines 150km Gassen-Labyrinths. Vom Schuhmacher, zum Gold An- und Verkäufer bis hin zu jungen Fashion-Start-Ups. Oftmals sind es Immigranten oder Leute mit wenig Einkommen, die dort ihrem täglichen Geschäft nachgehen und versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die Liegenschaftspreise in Hong-Kong sind hoch.

Zwei Architektinnen aus der Schweiz, Caroline Wüthrich und Géraldine Borio nahmen sich dieser Problematik an. Gemeinsam gründeten sie Parallel Lab und arbeiten in den Bereichen urbane Strategien, architektonische Projekte, Innendesign und Kunstinstallationen. Sie erkannten, dass es sich lohnt, zwei Mal hinzuschauen. Die kleinen Shops näher zu betrachten und zu sehen, welches Potenzial gewisse Ideen bergen.

Sie haben keine Angst vor beschränkten Platzmöglichkeiten, sondern sehen dies gerade als Auslöser von kreativen Ideen. So kreieren sie auf engstem Raum Arbeitsplätze, die sowohl Produktionsstätte als auch beinahe ein kleines zweites Zuhause bilden.

Durch ihre Arbeit in den Gassen von Hong-Kong wurden sie auf drei Schneider aufmerkams. In einem gemeinsamen Projekt entstand STAG. Eine Kombination zwischen Stuhl und Tasche: flexibel, praktisch und pragmatisch. Hergestellt werden sie aus alten Werbebannern in Hong-Kong (ähnlich den FREITAG-Taschen in der Schweiz). Lässig können sie auf dem Rücken herumgetragen werden und nach Wunsch und Laune überall als Sitzplatz dienen.

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Und hier noch ein paar wenige Impressionen des Besuchs der Ausstellung.

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AMSTERDAM – Meine Idee

Die ersten zwei Tage sass ich noch etwas ratlos an meinem Platz im Undercurrent. So viele neue Eindürcke, Personen, Geschichten, Ideen und dann noch dieser Heuschnupfen. Dann aber klärten sich meine Visionen langsam. Eine hippe, sich mit Energie und Gemüse selbstversorgende Eventlocation für Jung und Alt sollte es werden. SUMM – Not Only For Insects war geboren. Nach einem kurzen, schriflichen Brainstorming stand dann auch das Grundgerüst:

Facts & Figures

  • Schwimmt auf Betonschaumschalen
  • Wände werden im 3D-Printer unter anderem aus recyceltem Plastik hergestellt
  • Modulartiger Aufbau (Honeycomb-Form)
  • Energieressourcen: Solar & Wind
  • Regenwasser-Auffangbecken
  • Wildtierreservat unter Wasser
  • Aquaponik – Verbindung der Aufzucht von Fischen mit der Kultivierung von Nutzpflanzen und Gemüse / Kombination Aquaponik und Restaurant
  • Möglichst viel Licht/Lampen, Grün und Bepflanzungen

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Der modulartige Aufbau ermöglicht es, spontan auf unterschiedliche Gegebenheiten zu reagieren. Es soll eine Hochzeitsparty mit vielen geladenen Gästen stattfinden? Kein Problem, hängen wir einfach ein Modul mehr an. Auf den Dächern der Modulen befinden sich nebst Dachterrassen, Dancefloors und Lounge-Areas auch die Solarpanels, Windräder und Regenwasserauffangbecken. Mit dem aufgefangen Wasser lassen sich unter anderem umweltschonend die Toiletten spülen.

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AMSTERDAM – Situation

Die Sonne brannte ununterbrochen auf meinen Nacken und die bereits rotgefärbten Arme. Besser hätte das Wetter eigentlich nicht sein können – aber ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Einzig der Luftzug, der mir auf dem Fahrrad übers Gesicht zog, vermochte mir die Hitze etwas erträglicher zu machen.

Mein ausgewählter Ort in Amsterdam befand sich keine 5min vom Undercurrent entfernt in Overhoeks. Bepackt mit Skizzenblock, Stiften und Wasser kam ich auf dem gemütlichen Stück Grün an und schloss mein Fahrrad ab. Überall lagen die Leute – im Schatten, in der prallen Sonne, oben ohne… Auf der Strasse zum Filmmuseum EYE skateten ein paar Jungs und probierten diverse Tricks aus. Ein älterer Herr beobachtete sie dabei und kam nah dies nah mit ihnen ins Gespräch.

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Während ich einige Skizzen der aufzufindenen Situation machte, fiel mir auf, wie durchmischt die Leute hier waren. Vom Kleinkind bis zum Opa, von den sportlich Aktiven bis hin zu den Leseratten und den halbtoten Sonnenanbetern.

Aus diesem Grund erweckte ich Hans zum Leben. Hans ist mit bereits 32 Jahren junger Papa, bekennender Fussball-Verabscheuer und leidenschaftlicher Skateboarder. Bei einem Punk-Rock Konzert trinkt er gerne einmal zwei, drei Bier, arbeitet freiberuflich als Grafiker und wohnt in Overhoeks.

Hans versinnbildlicht eine Persona, die später einmal in meiner Eventlocation ein und ausgehen soll. Die Location soll Treffpunkt für Jung und Alt darstellen – so wie sie hier auf der Wiese bereits anzutreffen sind. Jeder soll dort seine Kreativität zum Ausdruck bringen können. Und mit einem guten Gewissen (alles Umweltbewusst, vom Strom, zum Wasserverbrauch und regionalem Bier) dort feiern können.

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