Lass die Linie flattern.

Sketch&Draw

Lehrziel

  • Lernen, wie man eine Linie zieht.
  • Jeder Linie eine Modulation geben können. Eine Linie ohne Modulation von einer Linie mit Modulation unterscheiden können.
  • Wissen, warum es eine Modulation brauchet.
  • Erkennen, dass ein suchender Strich ein modulierter und empfindsamer Strich ist.
  • Richtungen der Linien nach ihren Uhrzeiten benennen können.

Übungen

Sketch&Draw Vorlesungen und Übungen

 

1. Linien ziehen und Striche modulieren

Ziehen Sie die Kreise behutsam. Versuchen Sie jeden Kreis so zu ziehen, dass die Linie eine Gewichtung hat, also akzentuiert ist. Vermeiden Sie die perfekte Linie, die schwungvoll gezogen ist. Die machen Sie später dann, wenn Sie gelernt haben, wie die Dinge zu zeichnen sind.

Beim Ziehen der Linien der Kreise soll die Linie langsam und ohne Schwung gezogen werden. Das Ziel ist, den differenzierten Strich, also ein Strich, der ständig nach der richtigen Form sucht, zu zeichnen.

Beobachten Sie die Art und Weise, wie sich die Linien in Ihrer Hand verhalten. Versuchen Sie mit dem Bleistift dem Duktus der Linie zu folgen. Versuchen Sie dabei den Bleistift möglichst unterschiedlich zu führen. Dies kann so erreicht werden, dass die Beschaffenheit der Linien mit Adjektiven benennt werden. Krakelig, weich, gebogen, abgebrochen, neu angesetzt, …

Ziel: die Linie differenzieren können, die Richtung erkennen, den Duktus differenzieren können.

2. Linien und Richtungen genau beobachten

Es werden nur die inneren Linien der Handfläche beobachtet.

Je differenzierter die Linie gezogen wird, umso intensiver wird die Skizze wahrgenommen.

Zitterig und krakelig sollen die Linien werden, je bewegter umso besser.

Beobachten der Falten in der Hand: Setzen Sie sich für die Übung quer an den Tisch, so dass nur die zeichnende Hand auf dem Tisch ist. Arbeiten Sie ohne auf das Papier zu gucken und mit einem äusserst langsamen Tempo.

3. Richtungen benennen können

Die Richtungen der Linien benennt man nach der Richtung des Stundenzeigers auf der Uhr. Die Benennung der Richtung hilft die Strichrichtung zu finden und sich nicht von Täuschungen verleiten zu lassen.

Richtungen sind immer zu prüfen, denn sonst stimmt das Bild am Ende nicht.

Durch das Sprechen wird die Konzentration auf die Sprache gelegt. Die Skizze, der Strich wird dadurch freier.

Jede Linie hat eine Richtung. Knicken sie den Zeigefinger und beachten sie die Richtung der entstehenden Falten. Jede Falte hat eine andere Richtung. Gewöhnen sie sich an, jeden Strich nach seiner Richtung – man benennt die Richtung nach der Richtung des Stundenzeigers – zu benennen. Besonders in den ersten Sekunden muss die Richtung der Linien reflektiert werden. Oftmals täuschen die Richtungen, was zu falschen Abbildern führt.

4. Linien immer mit den Richtungen benennend ziehen

Immer das Detail im Auge behalten, das Ganze kann dann übergangen werden. Im Moment ist die Richtigkeit der Abbildung nicht wichtig.

Skizzieren Sie ohne auf das Blatt zu gucken, die Aufmerksamkeit gilt einzig der Richtung der Linie, die Sie gerade zeichnen. Die Information, die Sie brauchen, um eine reiche Linie zu skizzieren ist in der Vorlage, also buchstäblich auf der Hand.

Skizzieren Sie die Hand nur anhand der Richtungen der Umrisslinien. Nennen Sie, während Sie skizzieren immer die Richtungen, also 1 Uhr, 12.30 Uhr, 14 Uhr … So entsteht nicht eine Zeichnung ohne richtige Linien bezüglich Abbildungsgenauigkeit, aber Ihre Beobachtung der Richtungen wird so trainiert.

5. Linien frei flattern lassen beim Wolken zeichnen

Skizzieren Sie Wolken, diese haben keine feste Form, die Formen können eigentlich kaum falsch sein. Orientieren Sie ich bitte an den Wolken am Himmel und nicht an den Wolken in den Comics. Echte Wolken sind unten meist flach und oben bestehen sie aus konvexen Formen. Das sind amorphe Formen, die unten meist flach sind. Gewichten Sie die Linien wiederum.

Woken eignen sich perfekt, um die faltternden Linien zu üben. Üben Sie wo immer Sie sind Wolken zu skizzieren.

Versuchen Sie die Formen mit flatternden Linien zu finden. Der Stift kann auch leicht gedreht werden, währen die Linien gezogen werden, das gibt den Linien einen weichen suchenden Charakter.

  • Beim Skizzieren von Wolken können Sie verschiedene Gestaltgesetze anwenden.
  • Grosse Dinge werden erfahrungsgemäss als näher wahrgenommen.
  • Dunklere Linien vermitteln ebenso das Gefühl von „nahe beim Betrachter“, man nennt dies Lichtperspektive. Durch die
  • Lichtperspektive werden Dinge hinten im Bild, durch die Lichttrübung heller.
  • Überschneidungen bilden Raum.

Die Richtungen sollten stimmen, die Längen sind natürlich noch nicht richtig, darum erscheint die Hand etwas verzogen. Trotzdem ist ersichtlich, dass die suchende Linie mit differenziertem Strich und Gewichting eine besondere Lebhaftigkeit erhält.

Hier finden Sie alle verwendeten Fachbegriffe aus dieser Vorlesung.

Eine Linie modulieren meint, der Linie mehr oder weniger Druck zu geben während des Zeichnens. Dies steigert die Ausdruckskraft, denn der Betrachter möchte spüren, dass die Linie lebt.
Man sagt auch, der Linien einen Akzent geben oder die Linie betonen.
Mit der Dunkelheit der Linie kann der Blick gelenkt werden. Dabei gilt: je dunkler umso mehr guckt der Betrachter hin.

Duktus (der, von lat. ductus, „Führung, Leitung“), auch Ductus,Es bezeichnet die charakteristische Art einer Person, zu zeichnen, malen, den Pinsel oder Stift zu führen.  Der Duktus beschreibt den Cahrakter des Strichs. Handschriften haben einen flüssigen Duktus, einen lockeren Duktus …

Ein Blick in die Medien

Anhand dieses Artikels über Chrchills Besuch in Zürich und der Rede, deren Jahrestag wir heute feiern schauen wir uns die Aufgabe des Bildes in den heutigen Medien an.

Jubiläum des Churchill-Besuchs in Zürich. Die NZZ benutzt eine Skizze, die das Wesentlich Churchills in wenigen Linien zum Ausdruck bringt.

„United States of Europe“ – eine grosse Idee begann in Zürich.

Meinungen sind wichtig: was ein Mensch denkt, das ist immer von besonderem Wert für andere Menschen.

„Verbohrter Imperialist“ ist eine harte Bezeichnung, die Aber zur Lektüre anreizt.

Aha, Churchill war ein Maler! Wer die Welt genauer betrachten will, der kann seine Wahrnehmung mit Malerei und Zeichnung trainieren. Das genaue Hinschauen bringt etliche Vorteile.

Übungen zweiter Teil

Übungen zur Vertiefung der Fertigkeiten – Skizzen anschliessend auf den Blog stellen.

Schnelle Striche

Churchills Victory Zeichen hat Geschichte gemacht.

Skizzieren Sie diese Sieges-Handhaltung

  • indem es Ihnen diktiert wird. (Die Richtungen werden immer genannt)
  • indem Sie es in 2 Minuten selbständig nochmals tun.
  • indem Sie den Kopf auf den Tisch legen und dasselbe wie vorhin nochmals blind tun.
  • indem Sie es in 1 Minute nochmals tun.
  • indem Sie es in 30 Sekunden nochmals tun.
  • indem Sie es als Briefmarke, also klitzeklein nochmals tun.

Die Herausforderung liegt darin, dass Sie die Striche immer differenziert führen in der Modulierung und in den Richtunen sowohl Details trotz Stress.

Checkfragen

  • Habe ich die Linien differenziert geführt?
  • Sehen die Linien aus, als würden sie suchen?
  • Erscheinen alle Linien kontrolliert ?
  • Habe ich sägende Bewegungen und Zickzack-Linien vermieden?
  • Habe ich genügend Druck moduliert?
  • Wirken meine Linien nicht eintönig, wenn ja, wo könnte ich etwas Akzent geben, also etwas mehr Druck auf den Bleistift geben?

Selbststudium

Üben Sie täglich 10 Minuten.

Übungen zur Vertiefung – anschliessend auf Ihren Blog zu laden.

Tägliches Üben, darauf kommt es an!

Skizzieren Sie die Fahnen, stellen Sie sich vor es wäre Wind und die Fahnen flattern, dann sind alle Linien gekraust. Experimentieren Sie mit den Linien und üben Sie täglich.

Achten Sie immer darauf, dass die Linien krakelig bis flatternd sind, nie schmissig und gerade und schon gar nicht schnell. Schnell kommt dann später, wenn Sie es richtig können.

Ziehen Sie senkrechte Linien für die Fahnenstangen. Achten Sie auf eine differenzierte Gewichtung des Strichs. Ziehen Sie die Line durchaus zweimal und korrigieren Sie allfällige unebenheiten des ersten Strichs. Zwei nicht ganz gerade Striche ergänzen sich zu einem geraden, wenn der zweite Strich versucht, den ersten zu verbessern – ohne Radiergummi – einfach die zweite Linien hinzufügen.

Üben Sie auch Wolken, denn Wolken gibt es überall. Lassen Sie die Linien flattern.

Die Lektüre ergänzt

Lesen Sie auf Moodle in den bereitgestellten Unterlagen.

Ein Plädoyer für das Zeichnen

Gestaltungslehre für Bildnerisches Schaffen

Arbeiten aus dem Unterricht

 

Hier ein Einblick in was andere nach zwei Semestern Sketch&Draw so zeichnen. Arbeiten aller Studierenden nach dem zweiten Semester Sketch&Draw,

Ankündigung Blockwoche 2017

 

6. bis 10.6. in Amsterdam, Milano, Wien oder …

www.sketchcity.ch eine Projektseite der Studyweek 2016 Sketch&Draw

Der Unterricht des zweiten Semesters wird als Blockwoche in einer anderen Stadt stattfinden. Reservieren Sie sich schon heute die Blockwoche im Juni. Wir werden am Dienstag 6. Juni 2017 (nach Pfingsten) in Amsterdam, Milano oder Wien – der Ort ist noch nicht fixiert – beginnen. Die Woche dauert bis und mit  Samstag 10. Juni. Es wird eine intensive Woche werden, aber auch eine tolle Woche. Planen Sie allfällige Shoppingtours und Sightseeing ausserhalb der Woche, damit wir während der Woche zeit zum Arbeiten haben.

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