GRETA – Ein Ensemble probt den Aufstand

Der Montag beginnt mit Aufräumen: Alles, was bisher am Trass gehangen hat, muss runter. Einige der Lampen eignen sich zwar für die Theaterbeleuchtung. Wir wollen aber mit einer sauberen, leeren Auhängung anfangen und unsere, wie auch die gemieteten Lampen, von Grund auf neu verteilen. Jede da hin, wo sie ich am besten eignet.

Logbucheintrag Montag

Im Laufe des Vormittags kommt die Lieferung der gemieteten Lampen vom Materialpool. Mit dabei: Eine Nebelmaschine und der grösste Strobo, den ich je gesehen habe!

Woran ich nicht gedacht habe: Das Kirchgemeindehaus Johannes bietet uns nicht den Luxus eines fahrbaren Trass. Soll heissen: Man muss schwindelfrei sein, um mitmachen zu können.

Das Monstrum, das es zu bezwingen gilt: Das Baugerüst!

Nachdem sich bei meinem ersten Aufstiegsversuch bereits eine nicht korrekt montierte Stange vom Baugerüst löst, beschliesseich, dass es Zeit ist für den Abstieg. Von da an koordiniere ich den Aufbau vom Boden aus.

Um zwei erkennbar unterschiedliche Lichtstimmungen schaffen zu können, müssen sämtliche Lampen mit Farbfolien versehen werden. Was hier blau aussieht, wirkt schlussendlich wie kaltes Weiss. Eine orange Farbfolie, die ebenfalls zum Einsatz kommt, sorgt für brennenden Sonnenschein auf der Bühne.
Logbucheintrag Dienstag
Logbucheintrag Mittwoch
So weit, so gut. Die Lampen hängen und warten darauf, ausgerichtet zu werden.
Logbucheintrag Donnerstag
Das Bühnenbild ist bereit: Eine Wand, die sich drehen lässt. Auf der einen Seite weiss und per Beamer bespielbar. Auf der anderen eine Folie, die sich wie eine Wandtafel mit Strassenkreide beschreiben lässt.
Sieht aus wie ein Gameboy DS und hat vermutlich denselben Jahrgang: Das Lichtpult der Kirchgemeinde Johannes.
Logbucheintrag Freitag und Samstag
Die Lichtprobe aus der Technikregie-Perspektive
Wir sind bereit. =)
Eine Übersicht, wann was passiert ist.

Von den acht Aufführungen beleuchte ich vier selbst. Vier weitere übernimmt ein Kollege, da ich währenddessen extern am arbeiten bin. Ich habe die Freude, unter anderem die Premiere, die Dernière und eine Schulaufführung beleuchten zu dürfen.

Logbucheintrag Premiere
Mit Rivella und Kaffee kann nichts mehr schief gehen.

Das wäre wohl der Moment zu erzählen, wofür wir einen Strobo und eine Nebelmaschine bei einem Klima- und Jugendtheater benötigen: Die Nebelmaschine sorgt für einen Schneesturm, der in der Geschichte des Michel von Lönneberga tobt, die ein Mädchen im Stück vorliest, während auf der Bühne getanzt wird.

Der Strobo dient als Blitz in der Klimakomferenz-Szene. Da wird Greta nicht nur “gefotobombt”, sondern auch auf ein offizielles Gruppenfoto gezogen, das meiner Meinung nach nach einem Bühnenfüllenden Blitz verlangt. Ein kostspieliges Gimmick, das mich aber jedes mal riesig freut.

Logbucheintrag Sprechrolle 🙂

Übrigens: Der Nebel hatte noch einen Gastauftritt an der Dernière, an der es an Streichen auch sonst nicht gemangelt hat. Während eines dieser Streiche wurden die auf der Bühne sitzenden Darstellerinnen von mir überraschend und geräuschvoll engenebelt (so eine Nebeldüse ist ziemlich laut und erschreckend), was zwar im Stück total fehl am Platz war, die Darstellerinnen aber hörbar zum lachen gebracht hat.

Die Dernière gehörte halt ganz uns.

So bald ist es auch schon wieder vorbei. Nach nur acht Aufführungen ist die Spielzeit von GRETA zu Ende. Mittlerweile kann ich die Cue-Liste tatsächlich fast auswendig.

Keine zehn Minuten nach dem Ende der Dernière ist die Technik aus der Technikregie verschwunden. Das Mischpult wird unten im Saal für das DJ-Pult gebraucht. Auch die Stühle müssen aus dem Weg. Mehr Platz für die Afterparty!

Während der Afterparty kommen die Farb-LEDs noch einmal zum Einsatz. Ansonsten übernimmt aber bereits wieder das Saal-Licht das Zepter.

Am Tag nach der Dernière beginnt der Abbau der Technik. Bis am Nachmittag müssen die gemieteten Lampen von der Decke runter, die Folien raus und sämtliche Kabel, Safetys und Clamps zurücksortiert werden.

Was ich noch sagen wollte: Ich habe das metallene Monstrum doch noch besiegt! Zusammen mit einem der Darsteller habe ich mich während des Abbaus ganz nach oben auf das Baugerüst gewagt und nach und nach an Sicherheit gewonnen.

Gegenseitig haben wir uns Mut gemacht (und die gfürchigen Aufgaben jeweils dem anderen zugeschoben), bis wir das Baugerüst schliesslich von oben her abgebaut und wieder unter der Bühne verstaut haben.

ENDE

Platzhalter

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen..
Doch kommen Sie bald zurück, denn obige Ansage wird sich noch ändern.