Wi analog isch entstange (uf Digezz wäri das iz d Kritik…)

Den Text habe ich ursprünglich nur mal so als Versuch auf mein Handy eingesprochen. Dementsprechend war auch die Qualität. Den Sprechrhythmus fand ich aber sehr gelungen, weshalb ich erst bei der Originalaufnahme bleiben wollte. Schlussendlich habe ich mich dann doch für ein Qualitätsupgrade entschieden und eine zweite Aufnahme gemacht.

Um möglichst «casual» zu klingen, habe ich aber den Text ohne grosse Vorbereitung einfach nach Gefühl runtergelesen. Das Ergebnis war eine zwar von Sprechrhythmus her gelungene, jedoch doch schwer verlispelte zweite Aufnahme. Also nochmal… Aufnahme drei ist die, die nun tatsächlich zu hören ist. Beim dritten Anlauf war ich schlussendlich mit Qualität, Rhythmus und Aussprache zufrieden.

Diese Bild dient einzig dazu, die langen Textpassagen aufzubrechen.

Zu Beginn hatte ich vor, mehr Geräusche einzufügen, als nun drin sind. Einige geplante Sounds habe ich dann aber weggelassen. Es wäre einfach zu dicht geworden und die Stimme hatte dann doch Priorität, weshalb ich den Sprechrhythmus nicht zugunsten der Sounds durch Pausen unterbrechen wollte. Ausserdem klang mein Handrührgerät mehr wie eine Bohrmaschine. Tja.

Die “all you can sound”-Ecke in meinem Sessel-Pult Zimmer. Hier erlebt man Altglas und WC-Rölleli in Action.

Mein Plan war, alle Sounds selbst zu generieren. An den digitalen Sounds wäre ich erst beinahe gescheitert. Dann habe ich aber alles, was ich an Blech, Glas, Karton und Gummibändern finden konnte zu Hause eingesammelt und in verschiedensten Kombinationen vors Mikro gehalten. Die «trockenen» Geräusche klangen natürlich noch nicht nach viel. Aber mit ein paar Effekten drauf wurde bald ein wildes, digitales Gewooshe, Geboinge und Gewouhue draus. In den fertigen Mix geschaffte haben es aus all den Geräuschen schlussendlich das «Glesli», die «Gummibändeli am Karton» und das «Plastikbüchsli». Die restlichen Sounds hebe ich mir für später auf.

Schuhe nass, Boden nass. Nur, wo ist jetzt der Regen?

Der Regen, ach der Regen… Zuerst habe ich ihn in meinem Lavabo simuliert. Das klang dann trotz Bearbeitung immer noch ziemlich nach Lavabo. Dann habe ich ihn vergessen, als es eine Woche lange geschüttet hat. Zum Schluss habe ich ihn gejagt. Einen Tag lang rauschte er on und off aus den Wolken. Nur, was niemals «off» ist, ist die Autobahn. Die hört man von meiner Wohnung aus ganz gut. Also ab nach ganz unten auf die Strasse, das Geräusch des Regens suchen gehen:

Z Making of Räge – D Originauufnahme si knapp 7nehaub Minute läng.

Meine knapp dreiminütige Jagd nach dem Geräusch des Regens ist kein Meisterwerk der Spannung. Es erklärt aber mein Problem – oder besser gesagt: Meine zahlreichen Probleme – akustisch. Aus der ursprünglichen Regen-auf-Strasse-Zwei Strassen weg von der Autobahn-Aufnahme, die sage und schreibe siebeneinhalb Minuten lang ist, habe ich schliesslich 11 Sekunden Regen verwendet und etwas Donner. Der Rest ist schlussendlich doch: Lavabo.

Der Schirm fühlt sich nutzlos und gibt auf.

Was mir in der Geräuschkulisse noch fehlt, ist an einer Stelle das «Geschnatter im Café» und an einer weiteren das «Gelächter meiner Freunde in der Küche». Dreimal dürft ihr raten, warum ich diese Sounds bisher nicht aufnehmen konnte… Genau. Weil ich’s vergessen hab. Das «Café innen» liesse sich mit einer Restaurant Terrasse draussen ersetzen und «Freunde in der Küche» hatte ich in letzter Zeit tatsächlich auch schon mal. Nur eben: Wenn wir da sitzen und Kaffee trinken, denken wir weder an Instagram noch an Digezz-Projekte…

Dä Blueme-Baukon-Outobahn-Vibe. Wed ne wosch erläbe, muesch verbi cho.

Zugegeben: Ich habe mir das Endprodukt ein bisschen cooler vorgestellt. Vielleicht liegt es gerade daran, dass mit eben diese Aufnahmen noch fehlen, die doch dem Ganzen noch ein wenig mehr Leben geben würden. Für meinen Seelenfrieden werde ich das wohl noch nachholen müssen. Denn am Text selbst habe ich eigentlich sehr viel Freude.

Ihr hoffentlich auch. 😊

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